17.06.2008
Logistik in Indien

„Glauben Sie alles, was Sie über Indien hören“ war der Rat, welchen man uns auf den Weg mitgab…


„Incredible India“ verkünden die Werbeplakate in der Ankunftshalle in Delhi – dem ist wenig hinzuzufügen. Obwohl vermeintlich gut vorbereitet war der Aufenthalt in Indien voller Überraschungen und manches Urteil aus dem fernen Europa mußte korrigiert werden.

Zu Gast bei einem indischen Automobilproduzent war das Resümee nach der Werksbesichtigung eindeutig – hier gibt es wenig zu verbessern. Organisation, Prozeßgestaltung und auch Arbeitsschutz konnten nur die Note „sehr gut“ erhalten.
Beeindruckend sind asiatischer Fleiß und Disziplin.
Man staunt nicht schlecht über die Versandfläche unter freiem Himmel oder das FTS, welches unerwartet um die Ecke biegt.

Auf den zweiten Blich gibt es einige Besonderheiten.

Flurförderzeuge und auch Paletten sind selten.

Fast alle LHM sind mobil.

Für den Transport über das Werksgelände werden Traktoren aus einheimischer Produktion eingesetzt.

Die Ein- und Auslagerung in Palettenregalen erfolgt manuell mit Hochhubgeräten.

Beleglose Kommissionierung ist selbstverständlich.

Wir beobachteten gespannt die Beladung eines LKW.

Die Ladefläche war voll und auf der Rampe warteten noch

4 stattliche Pakete. Aber die uns nun bewegende Frage mußten wir unseren Gastgebern nicht stellen. Kurzerhand wurden die Packstücke auf der heruntergelassenen Ladebordwand festgezurrt. Anything goes….
Insgesamt ist festzustellen, daß Frachtraumauslastung vor Handlingaufwand geht. Das Arbeitskräftereservoir in Indien ist preiswert und schier unerschöpflich.
Scheinbar grenzenlos sind auch das Selbstbewußtsein und die Wachstumseuphorie im Lande. Es mangelt nicht an Berechnungen wer, wann und wo von Spitzenpositionen abgelöst wird.

Fest steht, daß die aufstrebende indische Industrie in verschiedenen Segmenten der Massenproduktion unerreichbare Markpositionen erobert hat. Was sich in Westeuropa und den USA über Jahrzehnte entwickelt hat wurde in Indien in wenigen Jahren mit internationaler Hilfe nachvollzogen.
Die Entwicklung der notwendigen Infrastruktur ist in vollem Gange, bleibt aber gegenwärtig noch weit hinter den Erfordernissen zurück. Unterschiedliche Spurweiten im Eisenbahnnetz, unzureichende Kapazitäten der Seehäfen oder Binnenzölle sind unübersehbare Hindernisse für die aktuelle Logistik.

Ein ernst zu nehmender Partner oder Mitbewerber innerhalb der globalisierten Arbeitsteilung ist Indien schon heute.

 




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